Landtagsabgeordnete Dr. Christina Baum, MdL stellte eine kleine Anfrage zum Modetrend Vegetarismus und Veganismus an das Ministerium für Soziales und Integration. Obwohl dem Ministerium für Soziales und Integration keine Daten zu der Anzahl von Vegetariern, Veganern oder Flexitariern in Baden-Württemberg vorliegen, sind jedoch andere Erkenntnisse zu dem Ernährungstrend bekannt. Vor allem Veganer, denen allen gemein ist, dass der Verzehr von Fleisch abgelehnt wird, leiden an einer nicht ausreichenden Versorgung mit einigen Nährstoffen. Der kritischste Nährstoff ist Vitamin B12, aber auch ein Mangel an Proteinen bzw. unentbehrliche Aminosäuren und langkettige Omega-3-Fettsäuren sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen) kann bei der fleisch- und milch/eier-freien Ernährung festgestellt werden. Aus diesem Grund müssen erwähnte Nährstoffe mithilfe von Präparaten zugeführt werden. Zudem rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), dass die Versorgung mit nicht ausreichend zugeführten Nährstoffen regelmäßig ärztlich überprüft werden sollte.

Obwohl die Bücherläden in Deutschland ein breites Spektrum an Diätbüchern über besondere Ernährungsweisen und veganen Kochbüchern anbieten, wird die vegane Ernährungsweise für Kinder und Jugendliche von der DGE nicht empfohlen. Unterschiedliche Aufklärungsprogramme der DGE Sektion Baden-Württemberg warnen vor den Mangelerscheinungen einer nicht mit Nährstoffen ausreichend gedeckten Ernährungsweise.

Personen mit Vitamin-B12-Mangel haben häufig neurologische und psychiatrische Symptome unterschiedlich schwerer Ausprägung, wie Parästhesien (Kribbeln bzw. Ameisenlaufen in Armen oder Beinen), Sensibilitätsstörungen (z. B. pelziges Taubheitsgefühl), Gangunsicherheit („Gehen wie auf Watte“), erhöhte Sturzneigung, Störungen der Tiefensensibilität (Erkennen und Lage der Stellung z. B. der Beine sind gestört), Ausfall der Reflexe, Lähmungen, Verwirrtheit, Störungen von Gedächtnis und Urteilsvermögen, Apathie, Depressionen, psychotische Zustände, Demenz.“

Einer deutsche Studie aus dem Jahr 2012 von Johannes Michalak stellte fest, dass psychische Störungen unter Vegetariern besonders häufig sind. Eine ausgewogene Ernährung ist somit grundsätzlich zu empfehlen. Jede Form der einseitigen Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen. Der Landesregierung liegt es jedoch fern, den Bürgerinnen und Bürgern Vorgaben zu machen, wie die eigene Ernährung zu erfolgen hat.